Venlo, 15.09.2021

Eines der Ziele vom Healthy Building Network ist es, die internationale Zusammenarbeit auf dem Gebiet des Gesunden Bauens zu fördern. Auch möchten wir Sie dabei unterstützen, neue Ideen zu testen oder Machbarkeitsstudien zu Fragestellungen rund um das Gesunde Bauen zu beantworten. Das unterstützen wir mit s. g. „Innovationsvouchern“. Zu dieser finanziellen Förderung erreichen uns viele Fragen. Um diese zu beantworten, waren wir am vergangenen Donnerstag im Venloer Büro der Firma Volantis zu Gast. Von hier aus wurde das hybride Webinar live gestreamt. 

Zu Gast waren u. a. mehrere Unternehmen, die über ihre Beweggründe einen Voucher zu beantragen und ihre bisherigen Erfahrungen berichteten. Den Anfang machten AMI BV und die EPEA GmbH. Als erstes gefördertes Projekt, sprachen sie über ihre Erfahrungen und hoben dabei besonders die Bedeutung der internationalen Zusammenarbeit hervor. Über gleich zwei realisierte Projekte berichtete im Anschluss die aib GmbH. Gemeinsam mit ihrem Partner Volantis wurden Projekte im Bereich gesunde Installationen und gesunde Belüftung vorgestellt. Als potentieller Wissenspartner für deutsche Unternehmen präsentierte sich van Tilburg BV. Das Unternehmen blickt auf eine langjährige Erfahrung mit Innovationen zurück. Der Hightech-Holzhandel KIRITEC, aktuell noch in der Phase der Antragsstellung, sprach über seine Beweggründe einen Voucher zu beantragen und den bisherigen Ablauf des Prozesses. Moswand.eu ist hier schon weiter: Das Unternehmen lies kürzlich die akustischen Eigenschaften von Mospaneelen untersuchen und berichtete über die erlangten Erkenntnisse. Eva Starmans vom Team des Healthy Building Networks skizzierte im Anschluss die einzelnen Schritte hin zu einem Gutschein.

Noch bis Ende Mai 2022 können Vorhaben gefördert werden, also heißt es jetzt schnell sein. Melden Sie sich bei uns mit Ihrem Problem oder bereits einer Idee, um in einem gemeinsamen Erstgespräch die Möglichkeiten einer Förderung zu besprechen.

Wir bedanken uns bei allen Teilnehmern und blicken auf einen spannenden und inspirierenden Nachmittag zurück.

Für alle, die nicht dabei sein konnten oder sich einzelne Beiträge noch einmal ansehen möchten: Das Webinar wurde aufgezeichnet und ist abrufbar unter:

Viersen, 22.06.2021

Die Nachfrage nach ökologischen Baustoffen wächst und stellt auch das Viersener Unternehmen CLAYTEC immer wieder vor neue Herausforderungen. Um dem steigenden Bedarf gerecht zu werden, wird das Betriebsgelände am Hauptproduktionsstandort in Viersen naturnah erweitert.

Maximilian und Peter Breidenbach bei der Planung der Betriebserweiterung.

Vor wenigen Tagen war es soweit: der erste Spatenstich zur Erweiterung des Betriebsgeländes an der Süchtelner Straße erfolgte. Bereits seit 1990 produziert das Familienunternehmen CLAYTEC unter Führung von Peter Breidenbach am historischen Produktionsstandort, dem sogenannten Ringofen auf der Süchtelner Straße, Baustoffe aus Lehm. Lehm gehört zu den ältesten Baustoffen der Welt und seine bauphysikalischen und baubiologischen Eigenschaften machen ihn zu einem perfekten Rohstoff für Gesundes Bauen oder Renovieren.

Grund für diesen Entschluss war die stetig wachsende Nachfrage nach ökologischen Baustoffen und die immer wieder kehrenden Herausforderungen, größere Mengen produzieren und lagern zu können, um den steigenden Bedarf auch kurzfristig decken zu können. So entstehen neben zwei neuen Lagerhallen auch ein frostfreies Lager und eine neue Werkstatt, in der die Qualitätsprüfung erfolgen wird. Mit der Erweiterung können gleichzeitig auch die logistischen Abläufe optimiert werden. Mit diesen Maßnahmen sollen letztlich auch Effizienzsteigerungen einhergehen.

Naturnahe und nahhaltige Erweiterung

Luftbildaufnahme des Geländes.

Luftbildaufnahme des Geländes.

Als nachhaltiges Unternehmen und Produzent von ökologischen Baustoffen, ist bei CLAYTEC die Achtung der Natur sowie die Artenvielfalt von besonderer Bedeutung. Bei der Planung der baulichen Maßnahmen standen zwei Dinge im Fokus: Nachhaltigkeit und eine naturnahe Bebauung. Hierbei sollen diverse Ausgleichsmaßnahmen zur Erhaltung des Naturhaushaltes und des Landschaftsbildes beitragen. Die von CLAYTEC geplanten Maßnahmen gehen dabei weit über das gesetzlich geforderte Maß hinaus.

Auf das Dach einer neuen Lagerhalle sowie auf das Dach der neuen Werkstatt und des neuen frostfreien Lagers wird jeweils eine Solaranlage installiert, sodass die Produktion, neben dem bisherig verwendeten Ökostrom, nach der Betriebserweiterung auch auf hauseigenen, durch Solarenergie gewonnenen, Strom zurückgreifen kann.

Über das gesamte Gelände werden Streuobstwiesen angelegt, in denen Bienen Nahrung finden. Weiterhin entsteht eine Schafwiese, auf der die vom Aussterben bedrohten Skudden-Schafe grasen können. Zudem wird insgesamt 80 m² Teichfläche angelegt. Zusätzlich werden auch Bäume und Strauchwerk, wie zum Beispiel Hainbuchen, als Ausgleichsmaßnahme gepflanzt.

Dieses Beispiel zeigt wieder einmal, dass die Themen Gesundheit und Nachhaltigkeit gemeinsam mit Wirtschaftlichkeit einhergehen können. Einen ausführlichen Bericht zu der geplanten Maßnahme finden Sie unter: https://www.claytec.de/de/clayblog/naturnahe-betriebserweiterung-am-hauptproduktionsstandort_n3620

Krefeld, 01.06.2021

Am vergangenen Donnerstag, den 27. Mai 2021 wagten wir bei unserem zweiten Symposium einen Blick in die Zukunft des Gesunden Bauens. Knapp 200 Gäste verfolgten die Veranstaltung im Livestream aus dem Showroom des Krefelder Unternehmens Interface. Das zeigt einmal mehr, wie hoch das Interesse an diesem Thema ist.

Zu Beginn hob Catharina Enderlein, Gründerin von meetMOMENTUM die Relevanz des Themas hervor. Sie ging auf den gesellschaftlichen Wandel ein und erklärte, welche Chancen sich aus Transformationsprozessen für Unternehmen ergeben können.

Im Anschluss daran verdeutlichte Michel Weijers, Geschäftsführer des C2C ExpoLAB, weshalb Gesundes Bauen gerade in Zeiten von Rohstoffknappheit und dem immensen Müllaufkommen in der Bauindustrie so wichtig ist. Mit einigen Rechenbeispielen zeigte er auf, warum sich die Investition in Gesundes Bauen immer auszahlt: 90 Prozent der Betriebskosten sind Personalkosten, und dementsprechend gibt es hier das größte Einsparpotenzial.

Marco Ehrlich von der TÜV Süd Advimo GmbH sprach im Anschluss über nachhaltiges und Gesundes Bauen im Bestand und über verschiedene Formen der Gebäudezertifizierung.

Vor der Mittagspause sprach Prof. Dr. Tillmann Klein von der Delft University of Technology zum Thema nachhaltige Bauproduktinnovationen. Nach einer Einführung in die zirkuläre Bauproduktentwicklung stellte er drei hierzu passende Praxisbeispiele vor und führte kurz in die Arbeit des Circular Built Environment Hub der TU Delft ein.

Nach der Pause, präsentierte Dr. Nicolas Duran von der Maastricht University seine aktuellen Forschungsergebnisse. Er erforscht, in wieweit sich das Innenraumklima auf die Leistung von Schülern auswirkt. Seine wichtigste Erkenntnis: hohe CO2- und Feinstaubwerte wirken sich negativ auf die Leistung der Schüler aus.

Es folgte die Keynote von Thomas Rau vom Architekturbüro RAU, in der er über nachhaltiges Bauen als Treiber der zukünftigen Wirtschaftsentwicklung sprach. Seine wichtigste Botschaft: Vordenken statt nachdenken. In der Praxis bedeutet dies sich über die möglichen Konsequenzen einer heutigen Entscheidung auf die Zukunft Gedanken zu machen. Obwohl unsere Ressourcen begrenzt sind, können Prozesse so organisiert werden, dass sie unendlich zur Verfügung stehen. Man muss nur wissen wie!

In der anschließenden Podiumsdiskussion sprachen kommunale Spitzenpolitiker aus Venlo, Krefeld, Mönchengladbach und dem Kreis Viersen über den Weg zu einer Healthy Building Kompetenzregion. Es wurden nicht nur aktuelle Projekte vorgestellt, sondern auch auf die Bedeutung von Gesundem und Nachhaltigem Bauen für Mensch, Umwelt und letztlich auch der Wirtschaft hingewiesen. Quintessenz: das Projekt soll als HBN 2.0 fortgesetzt werden.

Als letzter Programmpunkt folgten s.g. Break out-Session, eine Art virtueller Messe. Dort hatten Teilnehmer die Möglichkeit, sich direkt mit Herstellern gesunder und nachhaltiger Bauprodukte und Materialien auszutauschen und interessante Einblicke in aktuelle Projekte zu erhalten. Neben den Unternehmen CLAYTEC, Derix Holzleimbau und DGM Architekten waren auch imat-uve, Interface, moswand.eu und natureplus vertreten.

Wir bedanken uns bei allen Teilnehmern für den regen Austausch und blicken auf einen spannenden und lehrreichen Tag zurück. Für alle die nicht dabei sein konnten oder gerne noch einmal einzelne Programmpunkte näher betrachten möchten: Wir haben für Sie sowohl eine Aufzeichnung des Symposiums als auch die Präsentationen unserer Referenten online gestellt. Sie finden diese hier:

1_C.Enderlein_Zukunft Gesunde Stadt

2_M.Weijers_Perspektiven des gesunden Bauens und das (neue) Healthy Building Network

3_M.Ehrlich_Gebäudezertifizierung – nachhaltiges und gesundes Bauen im Bestand

4_T.Klein_Nachhaltige Bauproduktinnovationen

5_N.Duran_Indoor Environmental Quality and Student Performance