von Eva Starmans, C2C ExpoLAB & Désirée Driesenaar, Blue Economy Expert

Es ist inspirierend zu sehen, dass in der Region Venlo gesunde Gebäude auf dem Vormarsch sind. Konkret erlebbar wird dies nicht nur durch das neue Rathaus, einer Grundschule und einem Hotel, sondern auch an diversen anderen Gebäuden. In unserem vorherigen Artikel haben wir über den Business Case gesunder Gebäude geschrieben. Dabei ist die Kombination der Elemente, die hier zusammen kommen, einzigartig. Ein gesundes Gebäude ist ein Gebäude, in dem gesunde Materialien verarbeitet sind und bei dem den folgenden Aspekten viel Aufmerksamkeit geschenkt wurde: Luftqualität, gesundes Raumklima, Akustik, Licht sowie Optik und Haptik. Mit anderen Worten: es ist ein Gebäude, in dem sich jeder gut fühlt, dadurch produktiver wird und folglich weniger oft krank ist.

Bereits im zweiten Jahr schwarze Zahlen

Oft hören wir die kritische Frage wie viel solch ein Gebäude kostet. Und dann wird es interessant, denn diese Frage muss man eigentlich nicht stellen. Wenn man nach den Total Cost of Ownership fragt, und nicht nur die Investition an sich betrachtet, wir deutlich, dass man Geld spart. Hierfür ist einzig und allein die Zusammenlegung der Geldtöpfe für Investition und Wartung erforderlich, also eine Gesamtkostenbetrachtung. Wenn wir dann anstelle der Amortisationszeit die Geldströme betrachten, so werden anhand des konkreten Beispiels des Stadskantoor Venlo schon im zweiten Jahr schwarze Zahlen geschrieben. Es bleibt also mehr Geld über, dass in andere Projekte investiert werden kann. Gewinn auf ganzer Linie! In diesem Artikel gehen wir noch einen großen Schritt weiter und nehmen neben den Materialien auch den Gesundheitsaspekt mit in den Business Case auf, was wiederum eine Gewinnsteigerung bedeutet.

Abbildung 1: Durchschnittliche Arbeitgeberlasten. Quelle: Bluehub, basierend auf Daten des World Green Building Council.

Größere Herausforderungen als nur Energie

Die bis jetzt intensiv geführte Diskussion rund um das Thema Energie ist wichtig, aber es ist nicht die einzige Herausforderung, die es in der Bau- und Renovierungsbranche gibt. Und wir sind vor allen Dingen auch Befürworter davon, dass Energiesparen nicht zu Lasten der Gesundheit in einem Gebäude gehen darf.

Wenn man sich die durchschnittlichen Arbeitgeberlasten (siehe Abbildung 1) ansieht, dann sind diese wie folgt verteilt:

  • 1% Energiekosten
  • 9% Hypothek, Miete und andere Gebäudekosten
  • 90% Personalkosten
(Quelle: WGBC – World Green Building Council)

Die Energiediskussion hat dafür gesorgt, dass bei diversen Gebäuden der Fokus auf deren maximale Isolierung gerichtet wurde, so dass so wenig Energie wie möglich verbraucht wird. Allerdings gibt es auch eine Kehrseite der Medaille. Das „Sick-Building-Syndrom” ist entstanden, ein ungesundes Klima mit schlechter Luftqualität, das den Nutzer eines Gebäudes (unbewusst) stört.

Einsatz richtiger Materialien und Restwert

Darum beinhaltet ein gesundes Gebäude mehrere Schwerpunkte. Erschwert das den Bauprozess? Nein, das muss ganz und gar nicht der Fall sein! Es ist eine Frage der Einstellung, und es geht darum, die richtigen Fragen zu stellen. Im Vorfeld einer Bau- oder Renovierungsmaßnahme wird eine Skizze mit nachhaltigen Themen erstellt, an der sich das spezifische Gebäude orientieren soll. Diese Themen können zum Beispiel Luftqualität, Wasseraufbereitung sowie gesunde Materialien sein. Aber auch der Erhalt eines einzigartigen historischen Charakters. Infolgedessen werden pro Thema die möglichen, nachhaltigen und gesunden Maßnahmen inventarisiert, ausgewählt, Lieferanten gesucht und die richtigen Fragen gestellt. Sofern es Materialpässe gibt, wissen wir genau, welche Materialien in einem Produkt verwendet wurden und ob sie gesund sind. Können wir Produkte mieten bzw. leasen anstatt sie zu kaufen? Bleibt ein Restwert nach Ablauf der Lebensdauer übrig und kann dieser im Voraus garantiert werden? Im Business Case des Stadskantoor Venlo wurde der Restwert der Materialien jetzt noch nicht berücksichtigt. Für die Einrichtung wurde ein Restwert von 18% vereinbart, aber dieser wurde noch nicht mit in die Berechnung des positiven Cashflows im zweiten Jahr mit einbezogen. Das C2C ExpoLAB hat zusammen mit TNO nun eine Kooperation geschlossen, um einen Restwertkalkulator zu entwickeln. Auf diese Art und Weise entsteht mehr Transparenz. Darüber hinaus können die daraus gewonnenen Erkenntnisse auch mit im Business Case berücksichtigt werden.

Personalkosten versus Energiekosten

Das Raumklima, die Installationen und verbauten Materialien haben einen Einfluss auf das Wohlbefinden der Mitarbeiter in einem Gebäude. Bei einem schlechten Raumklima und der Verwendung toxischer Stoffe (zum Beispiel in Produkten mit Formaldehyd) kann die Produktivität abnehmen, und die krankheitsbedingten Ausfälle können sich durch das Sick-Building-Syndrom zunehmen (weitere Informationen auch im HBN Factsheet). Hierdurch steigen die Personalkosten durch die höheren Arbeitgeberlasten. Bereits bei einer Steigerung der Personalkosten um 1,1%, sind diese so hoch wie die Energierechnung. Das ist eine Tatsache, der wir bisher kaum Bedeutung beimessen. Deshalb ist es nicht klug, sich ausschließlich auf die Energiekosten zu konzentrieren. Manchmal vergessen wir, dass ein Gebäude ein Nutzungsobjekt ist und kein Ziel an sich. Die Einsparung von Energie und Material ist daher nur sinnvoll, wenn diese nicht zu Lasten des eigentlichen Ziels gehen: einem produktiven Unternehmen, das im Dienste des sozialen Kapitals eines Unternehmens steht: der Mitarbeiter. Und um es noch breiter zu formulieren: ein Gebäude dient dazu, einen angenehmen Raum zu schaffen, um darin bestmöglich arbeiten, wohnen, lernen und vielen weiteren Aktivitäten nachgehen zu können. Dieses Ziel sollte demnach auch im Mittelpunkt stehen!

Stadskantoor Venlo als Triebfeder

Der Business Case des Stadskantoor Venlo wurde in den Jahren zwischen der Floriade 2012 in Venlo und der offiziellen Eröffnung des Gebäudes im Jahr 2016 erstellt. In dieser Zeit führten diese Innovationen zu einem wahren Innovationsschub. Die damals gemachten Erfahrungen sorgen nun dafür, dass die Latte immer höher gelegt werden kann und der Business Case jedes Mal erweitert wird. Wenn wir feststellen, dass dieser Business Case einen interessanten kleineren Kassenstrom (monatlichen Lasten) aufweist, dann ist es eindeutig, dass es noch viel mehr Potenzial gibt. Was passiert, wenn wir Materialien wie Gebäudelasten und Restwert aber auch die Gesundheit und Produktivität der Mitarbeiter mit im Business Case berücksichtigen? In dem Fall werden wir echte und bedeutende Einsparungen sehen können.

Solider Business Case, Investitionen und Gewinne

Die Zahlen des World Green Building Council (siehe Abbildung 1) und der Business Case des Stadskantoor Venlo haben das Healthy Building Network inspiriert, ein Tool für die Berechnung zirkulärer und gesunder Gebäude zu entwickeln. Bis heute war noch nicht belegt, wie sich gesundes, nachhaltiges und gesundes Bauen wirklich rentieren kann und welche zusätzlichen Investitionen hierfür erforderlich sind. Um diese Fragen beantworten zu können, und – als erste in den Niederlanden – einen soliden Business Case zugrunde legen zu können, haben sich C2C ExpoLAB und Hevo zusammengetan um eben solch ein Werkzeug zu entwickeln.

Berechnen Sie selbst Ihren Business Case für ein gesundes Gebäude

Mit diesem Tool können Unternehmer selbst zwei generische Business Cases berechnen. Einerseits kann ein zirkuläres und gesundes Gebäude mit einem herkömmlichen Gebäude verglichen werden (entsprechend dem Baubeschluss). Andererseits können herkömmliche Materialien mit nachhaltigen Materialien und Systemen verglichen werden. Diese Anwendung bietet Ihnen die Möglichkeit, an den Stellschrauben zu drehen, um die verschiedenen Aspekte wie Wasser, Energie, zirkulärer Materialverbrauch sowie den Umfang von Gebäuden, die Bau- und Betriebskosten aber auch die Produktivität des Unternehmens sichtbar zu machen. Im gleichen Atemzug wird deutlich, was der Einfluss dieser Aspekte auf die Gesamtinvestition und die Betriebskosten ist, wie lange die Amortisationszeit ist und – noch wichtiger – was der Einfluss auf den Cashflow, also den Kassenstrom ist. Denn wie die Erfahrung am Beispiel des Stadskantoor Venlo gelehrt hat, kann die Amortisationszeit beispielsweise 15 Jahre betragen, aber es kann auch nach einem Jahr schone ein positiver Kassenstrom entstehen, wodurch das Unternehmen mehr Geld zur Verfügung hat.

Das Business Case Tool finden Sie hier.

Sollten Sie Fragen haben, erreichen Sie uns jederzeit über unsere Community oder unser Kontaktformular. In den kommenden Monaten wird es auch Workshops geben, in deren Rahmen das Tool erklärt wird, so dass es für jeden einfach nutzbar ist.

von Eva Starmans, C2C ExpoLAB & Désirée Driesenaar, Blue Economy Expert

Anstelle von Leim und Farbe liegt der Geruch von Holz in der Luft. Ein modernes Ambiente in Kombination mit Pflanzenwänden, die die Luft reinigen, dominiert das Innere. Eine natürliche Ventilation sorgt für ein optimales Raumklima. All das sind Dinge, die neben den Photovoltaikanlagen bei den gesunden Gebäuden in Venlo auffallen. Das neue Rathaus „Stadskantoor Venlo“ und die Grundschule „Basisschool de Zuidstroom” erregen weltweit Aufmerksamkeit, allerdings auch die Frage: „Ein schönes und nachhaltiges Gebäude, aber was sind die Extrakosten?” Auch wenn die zirkulären und gesunden Maßnahmen sehr wohl geschätzt werden, werden sie direkt in den Zusammenhang mit zusätzlichen Kosten gestellt. Aus der herkömmlichen nachhaltigen Perspektive betrachtet ist das logisch, aber nicht notwendig. Denn gesunde Gebäude erfordern eine andere Sicht auf die Geldströme.

Erfahrungswerte

In Venlo hat man inzwischen viel Erfahrung mit gesunden Gebäuden, die das Budget nicht sprengen, sammeln können. Über das Projekt Healthy Building Network teilen wir gerne dieses Wissen mit Ihnen. Hierfür wurde bspw. ein kostenlos zugängliches Business Case Tool entwickelt, mit dem jeder, der an einem gesunden Gebäude interessiert ist, selbstständig arbeiten kann. Womit fängt man also an, wenn man ein gesundes, nach den Prinzipien der Kreislaufwirtschaft zu errichtendes Gebäude bauen oder renovieren möchte, und was verändert sich beim Blick auf die Cashflows?

Die richtigen Fragen stellen

Jedes Projekt beginnt mit dem Stellen der richtigen Fragen und mit dem Treffen richtiger Entscheidungen, noch bevor ein Entwurf erstellt oder ein Stein gemauert wurde. Was sind die wichtigen Aspekte für dieses spezifische Gebäude? Ist es die Luftqualität, ausreichend sauberes Wasser oder sind es gesunde Materialien? Zählt womöglich auch der Erhalt eines einzigartigen historischen Charakters dazu? Ein Architekt kann sich schon mit diesen Themen befassen, noch bevor er mit dem Entwurf des Gebäudes beginnt. Zum Beispiel kann er dann die Lage mitberücksichtigen. Wie fange ich die Sonne optimal ein? Oder sorge ich gerade für optimalen Schatten? Wie verhält sich das Gebäude in seiner Umgebung? Die möglichen gesunden Maßnahmen können nach Themen bestimmt werden, sodass die Folgeschritte mit den Lieferanten abgesprochen werden können. Was ist der Materialpass Ihres Produktes? Enthält es toxische Stoffe? Gibt es einen Restwert nach Ablauf der Lebensdauer? Müssen wir Eigentümer eines Produktes werden oder können wir es für seine Lebensdauer mieten/leasen? Ist die Wartung inklusive? Das alles sind Fragen die im Bauwesen noch längst nicht alltäglich sind, aber die in einigen Jahren nicht mehr wegzudenken sein werden, wenn ein Bau- oder Renovierungsprojekt ansteht.

Budgeterstellung für Bau und Wartung

Wie sieht es mit den Kosten eines gesunden Gebäudes aus? Häufig ist es so, dass es gesonderte Budgets für Bau- und Wartungskosten gibt. Das ist schon der erste Unterschied von gesunden, zirkulären Bauprojekten gegenüber konventionellen. In der Industrie gilt das bekannte Konzept des „Total Cost of Ownership“. Das ist auch bei gesunden Gebäuden ein nützlicher Terminus Technicus. Qualität kostet in der Regel mehr Investitionen im Vorfeld, aber dank der längeren Lebensdauer eines Gebäudes, amortisiert sich diese Investition einfacher in den Geldtöpfen für Wartung und Mitarbeitergesundheit.

Gesunde und zirkuläre Produkte (zum Beispiel mit C2C-Zertifikat oder einem transparenten Materialpass) sind qualitativ besser und enthalten keine giftigen Stoffe, die die Gesundheit negativ beeinflussen. Sie sind häufig leichter zu unterhalten, erfordern weniger Ersatzteile und haben einen Restwert. Wenn also die Trennung von Geldtöpfen abgeschafft wird, ist die Wahl besserer und gesunder Produkte nicht mehr so schwierig. Das Bauteam für ein gesundes Gebäude schaut also auf das Gesamtbudget und zwar bezogen auf die gesamte Lebensdauer. Unsere Erfahrung lehrt uns, dass dank der Zusammenlegung von Bau- und Wartungskosten, die Investition in Zirkularität und Gesundheit nicht mehr kostet, sondern sogar Geld sparen kann.

Cashflows als Augenöffner

Bei vielen nachhaltigen Investitionen wird nach der Amortisationszeit geschaut. Eine logische Begründung für Privatpersonen, die ihr Geld in Photovoltaikanlagen investieren. Aber leider ist die Amortisationszeit einer Investition in eine nachhaltige Maßnahme meist länger als die Amtszeit einer Legislaturperiode. Es fällt also häufig die Entscheidung: nicht machen! Fehlschluss! Denn Unternehmen und Organisationen haben es mit geliehenem Geld, Cashflows, also Kassenströmen zu tun. Und das bietet eine andere Perspektive. Anhand eines echten Beispiels erklären wir den Bau des gesunden „Stadskantoors” in Venlo. Der Business Case, der hierfür (von BBN Adviseurs) gemeinsam mit der Gemeinde Venlo erstellt wurde, war ein Augenöffner mit vielen positiven Effekten für die realisierten Investitionen in Nachhaltigkeit (siehe Abbildung 1). Der Business Case wurde für das Extra-Paket nachhaltiger Maßnahmen geschaffen. Die gesamte Amortisationszeitbetrug 15 Jahre, was die Gemeinde Venlo als zu lang empfand. Sie waren von dieser Notwendigkeit nicht überzeugt – bis sie diesen Business Case sahen. Verwaltungsspitze und Stadtrat haben daraufhin das vollständige Maßnahmenpaket einstimmig beschlossen.

Abbildung 1: Business Case Stadskantoor Venlo (erstellt im Sommer 2016). Dieser Business Case wurde bereits während der Entwurfsphase erstellt. Quelle: BBN Adviseurs

Niedrigere Abtragungen ab dem zweiten Jahr

Wie ist das zu erklären? Einerseits steigen die jährlichen Kapitallasten (Abtragungen), weil für die nachhaltigen Maßnahmen eine höhere Hypothek aufgenommen werden muss. Dies sorgt für höhere monatliche Abtragungen. Allerdings sorgen die nachhaltigen Investitionen für niedrigere Betriebskosten. Hierbei ist an niedrigere Energie- und Wasserkosten sowie an niedrigere Wartungskosten zu denken. Im Falle des Stadskantoor (siehe Abbildung 2) kompensieren die niedrigen Betriebskosten die zusätzlichen Abtragungen (Kapitaldienst). Die Gesamtkosten sind seit dem zweiten Jahr dank der Investition in das Nachhaltigkeitspaket niedriger.  De facto hat die Gemeinde Venlo seit dem zweiten Jahr bereits mehr Geld zur Verfügung, und das alles dank der Investition in nachhaltige Qualität. Das bedeutet, dass die Gemeinde bereits nach zwei Jahren mehr Geld für die Investition in andere Projekte zur Verfügung hat. Und weil dies bereits vor Baubeginn berechnet worden war, war es nicht mehr so schwierig, diesem nachhaltigen und gesunden Maßnahmenpaket zuzustimmen. Reiner Gewinn auf allen Seiten: Geld, Gesundheit und Nachhaltigkeit. Insgesamt spart Venlo während des gesamten Betriebs des neuen Stadskantoor (40 Jahre) beinahe 17 Millionen Euro und musste hierfür lediglich 3,4 Millionen Euro zusätzlich investieren. Das ist doch ein guter Business Case, oder?

Abbildung 2. Business Case aus Sicht des Cashflows. Quelle: BBN Adviseurs & C2C ExpoLAB

Positiver Gesundheitseffekt

Wenn auch der Restwert von Materialien und die Gesundheit der Gebäudenutzer mit im gesamten Business Case berücksichtigt würden, würde sich der Gewinn sogar noch weiter erhöhen. Wir teilen unsere Erfahrungen und das Tool, mit dem jeder selbst den Gewinn eines gesunden und zirkulären Gebäudes berechnen kann, in einem weiteren Blog, der nächste Woche veröffentlicht wird. Und wenn es spezifische Fragen gibt, beantworten wir diese gerne. Kontaktieren Sie uns gerne jederzeit über unsere Community oder über unser Kontaktformular.

von Michel Weijers & Eva Starmans, C2C ExpoLAB

Der Niederrhein und die niederländische Provinz Limburg sind seit jeher eng miteinander verbunden. Tatsächlich waren die beiden Regionen sogar für einen längeren Zeitraum gar nicht durch die heutige Grenze getrennt. Das ist heute noch spürbar, zum Beispiel an den zahlreichen partnerschaftlichen Beziehungen zwischen den einzelnen Städten und Gemeinden untereinander. Allem voran zeigt sich aber, dass die kulturellen Unterschiede – trotz der heutigen Grenze – noch immer klein sind. Und just diese Verschiedenheit macht die Zusammenarbeit dieser beiden Regionen so wichtig: Im Prinzip sind die Unterschiede in unserer Euregio – der euregio rhein maas-nord – eine günstige Ausgangsposition, um gemeinsam unsere Kräfte zu bündeln und sie stark zwischen den europäischen Ballungsräumen wie der Randstad in den Niederlanden und der Rhein-Ruhr-Region in Deutschland zu positionieren.

Wir verfügen hier über eine gute Infrastruktur, ausreichende Ressourcen und eine enorme Vielfalt an KMU. Allerdings stellen wir auch fest, dass wir diese Potenziale noch zu wenig ausschöpfen. Gerade durch die Kopplung der vorhandenen Potenziale sowie Forschungs- und Bildungseinrichtungen beiderseits der Grenze entstehen große Chancen. Chancen, die sich vorwiegend durch die Kombination und Ausnutzung der kleinen Kulturunterschiede ergeben. Dadurch entsteht die Möglichkeit, unserer Euregio ein neues und einzigartiges wirtschaftliches Profil zu verschaffen, bei dem einerseits die vorhandenen Ressourcen genutzt werden und sich andererseits die Mentalitätsunterschiede derart ergänzen, dass unsere wirtschaftliche Profilierung diverser und dadurch auch robuster wird.

Das HBN-Projekt zielt auf Innovationen in KMU aus unserer Euregio ab. Innovationen, die dazu beitragen, eine neue und gesunde Kreislaufwirtschaft zu schaffen. Beide Seiten haben damit eigentlich bereits damit begonnen, widmen sich dem Thema allerdings auf unterschiedliche Art und Weise. Durch die Kombination beider Herangehensweisen entstehen große Möglichkeiten.

Speziell in Bezug auf das Thema Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft sehen wir, dass die niederländische Wirtschaft sich in den vergangenen Jahren mehr und mehr auf das Thema Gesundheit und Schaffung von Mehrwerten innerhalb des Systems der Kreislaufwirtschaft konzentriert hat. Auf der deutschen Seite der Grenze nehmen wir zwar auch eine starke Fokussierung auf Kreislaufwirtschaft wahr, hier liegt jedoch die Gewichtung bei Innovationen noch stärker beim Thema Energiewende. Das Healthy Building Network verbindet nun beide Systeme miteinander: eine gesunde Kreislaufwirtschaft in Kombination mit der notwendigen Energiewende. Das birgt enorme Möglichkeiten: Neue Business-Modelle für Gebäude- und Gebietsentwicklungen werden möglich, und durch den Know-how-Transfer in der Region entsteht nicht nur eine Erweiterung der Innovation, sondern es erfolgt auch eine Nutzung der verfügbaren Ressourcen. Schlussendlich bieten die wenigen Kulturunterschiede nochmals Chancen: Der starke Drang nach Innovationen auf niederländischer Seite in Verbindung mit dem nach erprobten und zuverlässigen Techniken auf der deutschen ergeben gemeinsam eine einmalige Allianz.

Darum ist es für niederländische Unternehmen in unserer Region von großem Interesse, aber auch notwendig, mit Unternehmen und Behörden auf beiden Seiten der Grenze zusammen zu arbeiten. Nur gemeinsam werden die Ressourcen geschaffen, die für die Innovationen der Zukunft benötigt werden. Zu diesen Innovationen zählen: Energiewende, Kreislaufwirtschaft und Gesundheit als Teil dessen.

 

Désirée Driesenaar, Blue Economy Expert

Gesundes Bauen hat Zukunft, aber die Frage bleibt: Wie finanzieren wir diesen Anspruch? Wie übertragen wir das gesunde Raumklima und die gesunden Mitarbeiter in ein bezahlbares Gebäude? Während des Innovationsworkshops „Finanzielle Aspekte” des Healthy Building Network wurden diese Fragen am 12. Juni 2019 beantwortet. Die Anwesenheit von 100 Interessierten und eine beachtliche Warteliste sind Zeugnis dafür, dass dieses Thema elektrisiert.

Das Stadskantoor von Venlo ist ein Gebäude mit hohem Anspruch, das nicht mehr als ein herkömmlicher Bau gekostet hat. In ihm stecken viele Innovationen, die dazu beitragen, Raumklima, Licht, Akustik und Wasseraufbereitung zu optimieren. Dieses Gebäude dient dem Wissen, das von den Gastrednern unseres Innovationsworkshops entwickelt wurde, als Inspiration.

Wissenschaftliches Fundament

Piet Eichholtz, Professor of Real Estate Finance an der Universität Maastricht, präsentiere die neuesten Erkenntnisse über Gesundheit und Produktivität von Menschen, die in einem gesunden Gebäude arbeiten. Seine Forschungsergebnisse zeigen, dass es einen signifikanten Unterschied in Bezug auf das Gesundheitserlebnis von Menschen in einem ungesunden und in einem gesunden Gebäude gibt. Dabei sind die Auswirkungen der Luftqualität höher als die von Licht, Geräuschen oder zum Beispiel der Temperatur. Die Details seiner Forschungsergebnisse werden in Kürze auf dieser Webseite zu finden sein. Im weiteren Verlauf der Studie werden auch Daten über krankheitsbedingten Ausfall, Produktivität und harten Fakten, die mit Sensoren gemessen werden, berücksichtigt.

Restwertrechner

Das C2C ExpoLAB arbeitet zusammen mit TNO, dem unabhängigen Forschungsinstitut in den Niederlanden, an der Entwicklung eines Kalkulators (Restwertrechner), mit dessen Hilfe der Restwert von Produkten bestimmt werden kann. Bas van de Westerlo (C2C ExpoLAB) und Willemijn van der Werf (TNO) präsentierten ihre Ergebnisse. Ende 2018 wurde nämlich eine Methode entwickelt, ein webbasiertes Tool sowie ein Residual Value Kalkulator. Dies sind wichtige Werkzeuge für den Business Case „Zirkuläres Bauen”. Denn dieser Business Case ist sehr stark vom Unterschied zwischen dem Rohstoffwert (etwa beim Recycling) und dem Mehrwert, der erhalten bleibt, wenn das Produkt als Ganzes wiederverwendet werden kann (wie bei der Kreislaufwirtschaft), abhängig.

Business Case Tool

Bei dem zweiten Tool, das präsentiert wurde, handelte es sich um den vollständigen Business Case eines gesunden Gebäudes. Dieses Tool wurde gemeinsam vom C2C ExpoLAB und HEVO entwickelt. Es berücksichtigt in seinen Berechnungen sämtliche Kosten eines Gebäudes. Die Kosten eines Ortes, in dem viele Menschen zusammenarbeiten, setzen sich aus 1% aus Energie, 9% aus Gebäudekosten und zu 90% aus Personalkosten zusammen. Wenn alle diese Kosten zusammen in einen Kalkulator eingegeben werden, wird klar, dass die Amortisationszeit nachhaltiger Lösungen oft lang ist, jedoch bereits sehr schnell ein positiver Cashflow generiert wird.

Im von HEVO genannten Beispiel lag die Amortisationszeit von einigen Maßnahmen mit Auswirkungen auf die Luftqualität beispielsweise bei 5,6 Jahren. Allerdings entstand bereits schon im zweiten Jahr ein positiver Cashflow. Dank dieses Tools entsteht bei Investoren, Eigentümern und Nutzern von Gebäuden Transparenz, warum sie ein gesundes Gebäude haben wollen könnten und wie sie dieses finanzieren können. Das Tool kann aber auch von Lieferanten gesunder Materialien genutzt werden um zu zeigen, dass es neben dem Anschaffungswert noch weitere finanzielle Auswirkungen gibt.

Hier können Sie sich ab Ende Juli das Business Case Tool für eigene Ergebnisse herunterladen. Diesbezügliche Fragen werden während eines Workshops am 17. Oktober 2019 beantwortet. https://healthybuildingnetwork.com/community/financial-aspects-june-12th-2019-venlo/

Gesundes Hotel

Der Veranstaltungsort des Innovationsworkshops war ein Bonus. Das Van der Valk Hotel in Venlo war nicht nur ein guter Gastgeber. Der Manager ging auch auf die Umbaumaßnahme ein, die im August dieses Jahrs beginnen soll. Dank dieser soll das Hotel zu einem gesunden Hotel werden. Materialien sind durchdacht, aber die Hoteliers schauen noch weiter über den Tellerrand. Es wird beispielsweise auch zusammen mit der HAS-Hochschule nach Möglichkeiten gesucht, die benötigten Nahrungsmittel inhäusig unter Nutzung der vorhandenen Restwärme selbst anzubauen.

Zusatztermin wegen hoher Nachfrage

Wegen der hohen Nachfrage und der langen Warteliste wurde beschlossen, einen Zusatztermin am 10. September 2019 in Nettetal einzurichten. Für Ihre Anmeldung klicken Sie bitte auf den Veranstaltungskalender. Um Sie mit der Nutzung des Business Case Tools vertraut zu machen, findet am 17. Oktober 2019 ein erster Workshop statt, in dessen Rahmen die Teilnehmer geschult werden und praxisnahe Übungen machen können.

Community

Kurz nach der Pause wurde jeder Teilnehmer eingeladen, sich über die Innovationsvoucher informieren zu lassen. Diese sind mit 7.250 Euro dotiert und können als Zuschuss für die Entwicklung einer Innovation eingesetzt werden, sofern dies zusammen mit einem niederländischen Partner grenzüberschreitend erfolgt. Eine Chance, die man nicht ungenutzt lassen sollte. Selbstverständlich fand während dieses Innovationsworkshops auch ein Meet & Match statt, das in unserer Community fortgesetzt wird. Wenn es also Fragen oder Bedarf an einem Meet & Match mit speziellen Partnern gibt, um eine Innovation zu entwickeln, lassen Sie es uns in unserer Community wissen.

Bas van de Westerlo, C2C ExpoLAB

Das gesamte Einkaufsvolumen des Öffentlichen Sektors der Niederlande liegt Schätzungen zufolge bei 60 Milliarden Euro pro Jahr. Man stelle sich vor, was für Effekte es auslösen würde, wenn ein Teil davon zirkulär und gesund ausgeschrieben würde. Und es lohnt sich. Beispiele zeigen, dass es geht!

Alles fängt natürlich mit der richtigen Fragestellung an. Was sind beispielsweise die Gründe eines Auftraggebers, sich für Gesundheit und Kreislaufwirtschaft zu entscheiden? Und was wird darunter verstanden? Fragt man beispielsweise zehn Menschen, was sie unter Kreislaufwirtschaft und einer gesunden Umgebung verstehen, wird man zehn verschiedene Antworten erhalten. Wenn man sich also so früh wie möglich mit der Materie befasst, ist dies eine gute Grundlage für nachfolgende Prozesse.

Den Markt frühzeitig mit einbeziehen

Wo möglich, beziehen wir den Markt frühzeitig mit ein. Die Marktteilnehmer können nämlich gut einschätzen, was in den Bereichen Gesundheit und Kreislaufwirtschaft möglich ist und was nicht. Marktdialoge liefern erste Indikatoren zu Zusammenstellung, Herkunft, Wiederverwendbarkeit und Toxizität von Lösungen und geben Auskunft darüber, welche Businessmodelle (un)möglich sind. Auf diese Art und Weise wird schnell klar, ob die Nachhaltigkeitszielsetzungen des Auftraggebers erreichbar sind oder ob diese ggf. sogar nach oben korrigiert werden können.

Im Falle des neuen Stadskantoor Venlo war beispielsweise eine gigantische, 2.000 m² große, begrünte Fassade geplant. Diese grüne Fassade war nicht nur aus ästhetischen Gründen gewünscht, sondern auch wegen der Funktion, die eine grüne Fassade im Hinblick auch die Versorgung mit gesünderer Außenluft leisten kann. Allerdings wurde eine solche Fasade auf diese Art und Weise und in diesem Umfang noch nie zuvor installiert. Daher wurden Marktteilnehmer bereits in der Entwurfsphase frühzeitig eingeladen, um ihren Mehrwert zu präsentieren. Im Zuge dessen konnte das Entwicklungsteam die (Nachhaltigkeits-)Zielsetzungen und die Rahmenbedingungen benennen. Schlussendlich hat dies dazu geführt, dass eine funktionale Fassade entstanden ist, die zudem Cradle to Cradle zertifiziert ist. Dies wäre wahrscheinlich nicht gelungen, wenn nicht frühzeitig Marktteilnehmer mit einbezogen gewesen wären.

Ein anderes aktuelles Beispiel ist eine Ausschreibung für Büromobiliar. Aus der Marktkonsultation ging hervor, dass der Markt schon lange bereit ist, eine garantierte Rücknahme nach Ablauf der Lebensdauer von zehn Jahren, inklusive einer Kauf-Rückkauf-Konstruktion und eines Wartungsvertrages zu erwägen. Die Marktteilnehmer gaben an, dass Produkte bei sorgfältiger Nutzung ihren Wert immer behalten. Diese Branche ist ebenfalls gut in der Lage, darüber Auskunft zu erteilen, ob ihre Produkte in Bezug auf Zusammenstellung, Herkunft, Wiederverwertbarkeit und Toxizität gesund und sicher sind. Kreislaufwirtschaft – in Form des Fußabdrucks, Vorgehensplanung und Total Cost of Usage – ist ein wichtiger Teilaspekt der Bewilligung. Es ist Aufgabe des Marktes, sich von der Konkurrenz abzuheben und die höchste Qualität anzubieten. Im Allgemeinen kann festgestellt werden, dass die richtige Fragestellung aus der Cradle to Cradle-Perspektive zur Qualitätssteigerung und zu besseren Preisabsprachen führt.

Wahl der besten Ausschreibung und des besten Partners

Neue Innovationen bieten sich ständig an. Das Angebot zirkulärer Lösungen nimmt stetig zu. Beflügelt von diesem Trend möchte man also nicht nur mit der besten – und zirkulärsten – Ausschreibung, sondern auch mit dem besten Partner punkten. Es sollte also ein Partner mit der richtigen Einstellung und den richtigen Tools und Kniffen sein. Auch während des Entwurfs und der Umsetzungsphase werden sich nämlich Chancen auftun. Durch die Zusammenarbeit mit Partnern, welche die gleichen Ziele verfolgen, können die Ansprüche im Bereich der Zirkularität stetig hochgeschraubt werden. Sorgen Sie dafür, dass Sie der Auswahl des Partners nicht nur nach der besten Lösung suchen, sondern auch danach wie der Partner Ihre Zielsetzungen erreichen möchte.

Einzigartige Ausgangslage

Als Auftraggeber befinden Sie sich in einer einzigartigen Ausgangsposition. Indem Sie die richtigen Fragen stellen, können Sie die Innovationsbereitschaft des Marktes positiv beeinflussen und auf diesem Weg dazu beitragen, dass die gesunde und zirkuläre Wirtschaft gestärkt wird. Hierbei kann die Latte stetig höher gelegt werden; einerseits durch den Auftraggeber, andererseits durch den Auftragnehmer. Es besteht die Chancen, sich jetzt positiv von anderen zu unterscheiden, und die Praxisbeispiele zeigen, dass es geht. Also, auf geht’s!

by Désirée Driesenaar, Blue Economy Expert

We, as Healthy Building Network, are on the road towards healthy buildings and we are very glad that many people and companies are joining us on this path. We innovate together and we share best practices. And of course we also share the results with our community and beyond. Healthier people, less sickness leave, cleaner environments and an overall better feeling of wellbeing.

How do we achieve all this?
If we talk about innovations people often think of machine innovations or material innovations. And those are important. Definitely. But here are less obvious solutions as well. Earlier I wrote about termite ventilation,where a solution based on natural principles (hot air rises) replaces air conditioning machines that require a lot of energy. Well, there are many other solutions based on natural principles that can inspire us for a healthy climate in our buildings.

For example purifying plants. What? Plants?

PURIFYING PLANTS
Yes, plants! They are incredibly intelligent helpers in our environment and we should give them the credits they deserve. As early as 1989, NASA studied the effect of plants on indoor air pollution and they found many plants that help clean the air of pollutants such as benzene, formaldehyde, trichloroethylene, xylene, toluene and ammonia. Plants such as certain date palms, ferns, ivy, lilies and philodendrons do the job.

A list of air-filtering plants and their specific qualities can be found in this article: https://en.wikipedia.org/wiki/NASA_Clean_Air_Study

MICROBES
A different study in 2004 revealed that certain micro-organisms in the soil of potted plants can also remove benzene from the air: https://en.wikipedia.org/wiki/Soil_microbiology.

And the next step is cleaning with microbes. Although our normal ways are to kill all microbes before they do damage, many studies nowadays reveal that increasing the number of helpful microbes might be a much better way to tackle cleaning issues. On the one hand the positive microbes help to keep the damaging ones under control and as an extra effect they improve the immune system for better overall resistance. Good microbes can really be an alley in our healthy buildings.

IMPLEMENTATION
But I get distracted from my subject: purifying plants. There are already many examples where purifying plants are implemented for a better climate, indoor and outdoor. One look at the municipality office of Venlo shows you that this building does not only use plants for better indoor air quality and climate but also clean the air going out and make this part of Venlo a better place for its inhabitants to live and breathe. We really hope that architects, builders, clients and inhabitants will become inspired and will include the wisdom of plants into their designs and building requirements.

There are many examples of implementation. From indoor moss walls and ingenious plant greenhouses that guide the air through, to simple potted plants that do their work modestly. There are ways to water plant walls automatically and to help with easy maintenance. And the innovations are still in early stages. Cleaning grey and black waste water with plants can be done in so called helofyte filters, rain water overloads in cities can be prevented by green roofs and gardens. And what to think of food forests that are designed specifically for inspiration, natural shelter and supply of fresh fruits and nuts to people working in industrial areas? People are part of nature. We thrive in a green environment that minimizes stress and gives maximum inspiration. So please, let’s give nature and plants a central spot in our healthy buildings. They deserve the credit and we deserve the benefit!

INNOVATION ROADS
For those who want to innovate with plants or microbes to ensure we can live and work in healthy buildings, there are several possibilities. Share your knowledge in our community and find new partners for your business and innovations. Be inspired by the knowledge and events that are being organised regularly. Also cross-border knowledge can be bought with the financial help of vouchers for those who are on this road with us.

We would love to hear from you.

von Eva Starmans, C2C ExpoLAB

Im April organisierte die Wirtschaftsförderung Mönchengladbach, Partner des Projekts Healthy Building Network, einen Innovationsworkshop zum Thema Holz in umbauten Räumen. Das Projekt hat sich zum Ziel gesetzt, den finanziellen Mehrwert gesunder und zirkulärer Gebäude transparenter erscheinen zu lassen. Aber in welchem Verhältnis stehen nun Holz in umbauten Umgebungen und Gesundheit in Gebäuden?

Pablo van der Lugt (ACCSYS Group & TU Delft) erläuterte in seiner Präsentation detailliert den Mehrwert von Holz aus der Nachhaltigkeitsperspektive betrachtet. Er ging unter anderem auch auf die Chancen von europäischem Holz sowie auf die hohen CO2-Einsparungen und Aufnahmefähigkeiten von Holz hinsichtlich anderer Materialien ein. Die Präsentation steht unter folgendem Link zum kostenlosen Download zur Verfügung: https://healthybuildingnetwork.com/community/wp-content/uploads/2019/04/04_Pablo-van-der-Lugt-ACCSYS-Group.pdf

Das Verhältnis zwischen Holz und Zirkularität ist bereits wohlbekannt, aber das Verhältnis zwischen Holz und gesunden Gebäuden ist noch nicht ausreichend erforscht.

Dr. Ed Suttie (Building Research Establishment Group) hat mit seiner Veröffentlichung „The role of wood in healthy buildings“ einen lesenswerten Beitrag zu diesem Thema publiziert. In diesem berichtet er u. a. von einer Studie, die die gesundheitlichen Auswirkungen von Holz in umbauten Umgebungen untersucht hat. Aus ihr geht bspw. hervor, dass sichtbar verbautes Holz stresslindern und erholungsfördern auf Menschen wirkt.

Den vollständigen Aufsatz erhalten Sie unter:
https://www.trada.co.uk/publications/other-technical-guidance/the-role-of-wood-in-healthy-buildings/

(Nach erfolgreicher Anmeldung können Sie den Artikel kostenlos und freibleibend herunterladen.)

by Désirée Driesenaar, Blue Economy Expert

What is a building? Is it just a bundle of stone, concrete and glass that looks nice on the outside? That is built with toxic materials, because ‘it has always been done this way’? Or should it be a healthy shelter that supports our life functions? Should it support a healthy sleep? Or a healthy way of being productive in an office? Or be a healthy, stimulating environment for our learning children?

New Priorities

Sometimes I think we just have our priorities wrong. We make things without considering the overall goal of living our lives in the best way we can. Our current way of building is focussed on quick building (man power is equivalent to high costs), exposure building (design is all, it needs to look good on the outside and be an asset to the architect who designed it) and energy-efficient building (closed windows and mechanical heating and cooling). Sadly, there is often no thought spent on healthy building, with a focus on good air quality and indoor climate. We need new priorities, with also attention for daylight, acoustics and a natural look and feel, to make people healthy and happy.

Beyond Trodden Paths

The good news is that it is possible to build a healthy building. It has been done before. And it doesn’t have to be more expensive either. The biggest key for change is looking beyond the trodden paths. Do you want a good indoor air quality and climate? Use termite ventilation instead of mechanical ventilation. Or use the benefits of purifying plants. NASA has done research into many  plants that purify the air. You can think of a system that purifies the incoming air (plants outside) or indoor plants that capture e.g. formaldehyde or toluene. You can also think about not using toxic materials in the first place. Or using upholstering, such as carpets, that cleans the air instead of polluting it. All these solutions exist, they have entered the market, so what is stopping you from taking this first step?

Diversity

As you can see the solutions are divers. And that is good. Because different situations require different solutions. Diversity is an asset in everything we do. And if many more investors and users of buildings see the benefits of a healthy building there is space enough for all these solutions in the market. New innovation roads that can be taken are e.g. measuring devices, circular production methods, healthy material choices, individual control mechanisms, moist control, sound absorbing materials, reflective materials, biophilic design and many more.

Innovation Vouchers

If you are on an innovation road towards healthy building solutions and need extra knowledge, the Healthy Building Network can help. You can receive network, knowledge and money for hiring an expert institute across the Dutch/German border. More information about this innovation opportunity can be found on our website. In our community you can meet professionals from many diverse fields, so I invite you to become active, ask questions and contribute your insights.

Challenge for All

It is the challenge of our time to make the world a healthy place and keep it that way. Therefore, I want to ask investors to make health in buildings a top priority. Architects, take up the challenge and build healthy buildings. In a few years’ time this fact will enhance your portfolio much more than the nice-on-the-outside feature. Builders, update your material knowledge and go beyond the trodden paths. And suppliers, keep on innovating in line with health benefits. The market will grow and the innovators will have the advantage. If we can help anyone of you to achieve this goal, please let us know.

von Eva Starmans, C2C ExpoLAB

Heutzutage sind wir alle sehr gut darin, so viele Begriffe wie möglich zu finden, um einen Nachhaltigkeitstrend von dem anderen zu unterscheiden: innovative Nachhaltigkeit, Cradle to Cradle, Kreislaufwirtschaft, Blue Economy, CSR, We Economy, Ökoeffizienz, Biobased, Industriedesign, The Natural Step, New Economy, und so könnte ich noch eine Weile weitermachen. Darüber hinaus gehen wir auch an der Fülle der Messinstrumente zugrunde, darunter BREEAM, LEED, GPR, DGNB, Greencalc, Eco-Quantum, das Energielabel, Well und viele mehr. Es scheint weltweit rund 500 Instrumente zu geben, um Nachhaltigkeit messbar zu machen. Das macht alles nicht transparenter.

Heutzutage geht es leider zu oft nicht mehr darum, was wir tun, sondern darum, wo die Unterschiede zwischen den verschiedenen Richtungen liegen.

Aber, wollen wir nicht alle am Ende das Gleiche? Wenn ich es von meinem eigenen Fach aus betrachte, möchte ich durch den Bau wertschöpfender Gebäude helfen.

Wertschöpfung im weitesten Sinne des Wortes, also für Menschen, Umwelt und den Geldbeutel. Denn letztendlich wollen sowohl Auftraggeber als auch Auftragnehmer sparen und Geld verdienen. Und natürlich zu Recht. Das Tolle ist, dass Sie damit auch etwas für Ihre Umwelt und Mitmenschen tun.

Healthy Buildings

Im Projekt „Healthy Building Network“ beziehen wir uns häufig auf Cradle to Cradle und die Blue Economy. Das ist bei Partnern wie Blue Hub, Blue Engineering und C2C ExpoLAB recht logisch. Wie gesagt, geht es uns allen darum, eine bessere, gesündere und zukunftssichere Welt zu schaffen. Egal mit welchem Nachhaltigkeitstrend.

Ich kann mir vorstellen, dass dies für andere Parteien manchmal verwirrend sein kann. Warum verwenden wir (als C2C ExpoLAB) „gesunde Gebäude“ und „C2C“ in einem Satz? Dies liegt daran, dass der Kern von C2C die Schaffung eines Mehrwertes ist. Einige wichtige Punkte sind: kontinuierliche Zyklen (wie in einer Kreislaufwirtschaft) und die Verwendung gesunder Produkte. Die C2C- Zertifizierungsnorm für Produkte hat daher die Materialgesundheit als einen wichtigen Bestandteil. Die meisten Unternehmen und Verbraucher können nicht beurteilen, ob ein Produkt wirklich gesund ist. Aus diesem Grund gibt das C2C-Zertifikat eine Orientierung. Wenn ein Produkt dieses Zertifikat besitzt oder sich als gleichwertig erweisen kann, können wir wirklich davon ausgehen, dass dieses Produkt zu einem gesunden und sicheren Raumklima beiträgt. Wenn wir bei der Planung von zirkulären und gesunden Gebäuden beraten dürfen, empfehlen wir die Verwendung von C2C-zertifizierten Produkten.

Einige Fakten

Wussten Sie zum Beispiel, dass die meisten Chemikalien, die kommerziell verwendet werden, nicht auf mögliche gesundheitliche Auswirkungen getestet wurden? Weniger als ein Drittel der regulierten, vielfach produzierten Chemikalien, darunter viele, die in Innenräumen verwendet werden, sind nur auf Sreening Niveau auf schädliche Wirkungen getestet (Healthy Buildings, Healthy People, EPA).

Oder wussten Sie, dass von den 82.000 Chemikalien, die für kommerzielle Zwecke verwendet werden, bei 85% keine Daten für die Gesundheit vorhanden sind (Evidence for Health. The Nine Foundations, Harvard,T.H. Chan Joseph G. Allen)?

Es geht darum, die richtigen Dinge zu tun

Für mich ist es egal, wie wir es nennen, solange wir die richtigen Fragen stellen, und die richtigen Dinge tun! Wenn wir es nicht wagen, außerhalb unserer Komfortzone zu träumen, werden wir weiterhin das tun, was wir immer getan haben. Dinge gut machen, anstatt etwas weniger schlecht, will doch jeder?! Wenn wir auf Gesundheit und Zirkularität achten, geschieht dies auf verschiedenen Bühnen und Momenten. Nehmen wir die Herausforderung gemeinsam an, und machen wir den nächsten Schritt.

by Désirée Driesenaar, Blue Economy Expert

Buildings are often just optimized for one thing: energy efficiency. Although research proves that people who live or work in a healthy building are much more productive and creative. The health of a person is influenced by many different elements, so why would the buildings where they live, learn and work not influence their health? In the Healthy Building Network we have looked at all the factors that make a building a healthy building. We have come up with 5 essential elements that will influence the health of building users significantly: indoor air quality, indoor climate, acoustics, light and look & feel. The more natural these elements, the healthier the person.

Constant Temperature in Desert

Some decades ago, an innovation inspired by nature has produced positive results on both health ánd energy efficiency. The innovation is called termite ventilation. It is a fact that termite hills are very constant in their temperature, although they are often located in deserts where the outside temperature can be 50 degrees during the day and freezing at night. However, the termites collect a fungus that only survives and thrives at 31 degrees Celsius. So they designed their termite hills in such a way that the temperature is always 31 degrees and their fungus grows well. Who says man is the most smart creature in nature? We need complex air-conditioners and heaters that use a lot of energy to achieve the same result.

Anders Nyquist

One of the first architects to apply termite ventilation in his prize winning buildings is Anders Nyquist. He is well-known for the Laggarberg School and the Green Zone, both in Sweden, but his sustainable designs are applied all over the globe. In this short film he explains his work. Did you know that the indoor air quality is often up to 7 times worse in a building compared to outside? And did you know that the area up to one meter, where our children sit and learn in our schools is far worse?

Simple Principles

Termite ventilation is created by a relatively simple design, where air will be cooled underground, comes into the building and will then be warmed by a solar chimney. Physics fact: hot air rises. So the air will take its natural flow, result in ventilation and is released via chimneys, just like in termite hills. The municipality building in Venlo is equipped with this kind of ventilation and saves lots of energy this way.

Call to Action 

In a TEDx Delft talk Ben Bronsema, an expert on air-conditioning, also explains his method of applying termite ventilation.

Many varieties of termite ventilation are possible, but they are all inspired by this one little insect: the termite. These kind of innovations deserve large scale application! We need buildings that are healthy for our citizens, employees and children. And as you can see, it is possible. Architects, builders, clients, it is time to use termite ventilation from whatever supplier in your next building. How can the Healthy Building Network help you achieve this?