Viersen, 30. Juni 2020

Ein gesundes Gebäude besteht aus weit mehr als nur aus gesunden Materialien. Gute akustische Bedingungen sind eine wichtige Voraussetzung für unser Wohlbefinden, unsere Produktivität und letztlich auch unsere Gesundheit. Denn: Im Privat- oder Berufsleben sind wir täglich vielerlei Geräusch- oder sogar Lärmquellen ausgesetzt. Einige davon nehmen wir bewusst wahr, andere nur unbewusst. Wieso es sich also lohnt sich mit dem Thema auseinander zu setzen und was Sie auch tun können, erfahren Sie in den folgenden Zeilen.

Gebäudeakustik

In der Gebäudeakustik werden drei Bereiche unterschieden: Bauakustik, Raumakustik und technische Akustik.

  • Bei der Bauakustik geht es um die schalltechnischen Besonderheiten von Bauteilen, -systemen und –stoffen im Hinblick auf die Schallausbreitung und Weiterleitung. Wesentliche bauakustische Eigenschaften eines Gebäudes werden bereits durch die Konstruktion des Rohbaus und die verwendeten Baumaterialien bestimmt.
  • Die Raumakustik beschäftigt sich mit den Aspekten der Schallausbreitung in Räumen. Hier geht es um erwünschte Aspekte wie Sprachverständlichkeit und optimierte  Nachhallzeiten, und den Schutz vor unerwünschten Lärmbelästigungen und –belastungen durch eine hinreichende Schalldämmung. Unter Berücksichtigung einer Vielzahl ausgewählter Faktoren werden die Räume durch spezifische Baustoffe und -materialien akustisch optimiert.
  • Der Bereich technische Akustik fasst mehrere Bereiche zusammen, vordergründlich aber geht es um die Geräuschdämmung technischer Einbauten und Anlagen.

Lärm

Lärm ist ein wichtiger Faktor, wenn es um die Wirkung von Schall und Akustik auf den menschlichen Körper geht. Lärm wird definiert als „unerwünschter oder störender Ton“, der normale Aktivitäten wie Arbeit, Schlafen und Unterhaltungen beeinträchtigt. Dabei wird ein großer Teil des Lärms im Raum selbst erzeugt, bspw. durch Bürogeräte, Menschen oder Lüftungen. Lärmbedingte Störungen können zu einer Vielzahl von Beeinträchtigungen führen. Neben möglichen Kommunikationsbarrieren kann er auch Auswirkungen auf die Leistungsfähigkeit und letztlich auch Gesundheit der Raumnutzer haben.

Menschliche Leistungsfähigkeit und Gesundheit

Lärm am Arbeitsplatz kann die Gefahr von Unfällen erhöhen und die Leistung und Produktivität der Mitarbeiter, gerade bei schwierigen und komplexen Aufgaben, beeinträchtigen. Kommt es zu einer Ausschüttung von Stresshormonen wie Adrenalin und Noradrenalin, reagieren wir mit Stress, Reizbarkeit und allgemeinem Unwohlsein. Zahlreiche Studien belegen, dass Lärmbelastung die Funktion vieler innerer Organe und Systeme des Körpers verändern. Die Folgen davon können u. a. ein erhöhter Blutdruck und Veränderung der Herzfrequenz sein. Die durchschnittliche Anzahl an Krankheitstagen wird durch raumakustische Maßnahmen gesenkt und rechnet sich daher auch betriebswirtschaftlich.

Bewusstsein schaffen

Im Sinne eines jeden Einzelnen sollten Gebäude deshalb so konzipiert und ausgestattet sein, dass eine streßmindernde und gesundheitsfördernde Umgebung geschaffen wird. Hierfür stehen vielerlei Maßnahmen zur Verfügung. Welche das sind und was gerade bei Bestandsimmobilien hilft, erläutern wir Ihnen in den kommenden Wochen ausführlicher.


Quellen Akustik

Foto: Tirachard Kumtanom via Pexels